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10. April 2019 |
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Saft für den elektrischen Drahtesel

Ab sofort stehen in der Stadt Wadern zwei neue E-Bike Ladestation zur Verfügung. Und das ist nur der Anfang. „Mehr Rad, weniger Auto“ heißt die langfristige Devise. Was für den Alltag gilt, soll auch Touristen begeistern.


Zur Einweihung der neuen Ladestation auf dem Montmorillon-Platz in Wadern konnte Bürgermeister Jochen Kuttler die stellvertretende Ministerpräsidentin des Saarlandes, Anke Rehlinger, und den Geschäftsführer der Saarschleifenland Tourismus GmbH, Peter Klein, begrüßen. Mit von der Partie waren auch der Ortsvorsteher von Wadern, Mitglieder des Ortsrates, Vertreter des Wirtschaftsverbandes der Stadt Wadern und viele weitere Gäste (Foto oben). Fotos: Stadt Wadern

Reden wir übers Radfahren. Und damit über unangenehme Wahrheiten: Wir sind Schlusslicht, wussten Sie das? Die Studie "Mobilität in Deutschland" kommt zu dem Ergebnis, dass das Saarland mit einem Anteil von nur zwei Prozent deutschlandweit, was die Nutzung des Fahrrades im Alltag angeht, auf dem letzten Platz liegt.

Autoland Saarland

Okay, wir Saarländer lieben das Auto. Immerhin haben wir mit 618 PKW pro 1000 Einwohner bundesweit die Nase meilenweit vorn. Mit der bemerkenswerten Folge, dass der Individualverkehr im Saarland sich komplett anders entwickelt hat als in der übrigen Bundesrepublik. Die Fachleute bescheinigen uns, dass er sich in die falsche Richtung entwickelt hat und führen all das an, was wir Tag für Tag in den Nachrichten vor Augen und Ohren geführt bekommen: steigende Belastung der Luft durch Abgase, Endlichkeit der Ressourcen, verstopfte Straßen, Klimaerwärmung… Die Liste der negativen Auswirkungen ist lang. Nicht erst seit den Freitagsdemos der Schülerinnen und Schüler wird landauf, landab, aber auch international diskutiert, was schnell, aber auch was nachhaltig passieren muss.

Brechen wir das große Ganze auf unsere kleine Welt herunter. Wir wollen, dass mehr Leute aufs Fahrrad umsteigen. Auch und gerade bei uns. Das wird wohl ohne Anreize nicht passieren. Reden wir also über die Infrastruktur. Hier tut sich in der Stadt Wadern einiges. Direkt am Saarland-Radweg unweit des Rathauses können Radler, die mit E-Bikes unterwegs sind, jetzt die Akkus ihres Drahtesels aufladen. Wir haben dort und an einem weiteren Standort direkt am schönen Noswendeler See – mit Förderung des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr –jeweils eine E-Bike-Ladestation errichtet. Neu sind auch eine Luftpumpenstation und die überdachten Fahrradanlehnbügel. Während der Akku aufgeladen wird, können die Radlerinnen und Radler ihren Helm in einem der Schließfächer einsperren und entspannt durch die Innenstadt von Wadern bummeln oder in Noswendel rund um den See spazieren und sich bei Kaffee und Kuchen stärken. Die Eröffnung am 28. März in Wadern galt symbolisch auch der neuen Station in Noswendel, die aber – am Nachmittag des 10. Mai – auch noch gesondert offiziell in Betrieb genommen wird. Wir haben in diese Infrastruktur rund 70.000 Euro investiert. Das Ministerium förderte unser Vorhaben dankenswerterweise mit 80 Prozent der zuschussfähigen Kosten.

Wir wollen auch selbst mit gutem Beispiel vorangehen. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung stehen zwei Dienst-E-Bikes für Außentermine zur Verfügung. Und davon wird auch bereits rege Gebrauch gemacht. Wenn wir von E-Bikes sprechen, meinen wir übrigens „Pedelecs“, also Fahrräder, bei denen der Fahrer in die Pedale tritt und von einem Elektromotor bis maximal 250 Watt unterstützt wird. Allgemein durchgesetzt hat sich aber der Begriff E-Bike, der eigentlich für Räder bestimmt ist, die von selbst laufen, höchstens 20 km/h schnell werden und höchstens eine Motorleistung von 500 Watt aufweisen. Doch das nur am Rande zu den Fachbegriffen.

E-Bike als Chance für den Tourismus

Der E-Bike-Boom ist eine Chance für uns. Zum einen erlaubt es uns der Run auf die elektrischen Fahrräder, noch mehr Touristen für unsere Region zu begeistern. Was Wanderer schon lange erfreut, nämlich die Hügel und Täler unserer Hochwaldlandschaft, schreckte Radtouristen bisher ab. Mit dem E-Bike wird die Angst vor Höhen und Tiefen indes genommen, außerdem sind viel größere Distanzen möglich als mit dem „normalen“ Rad. Anders ausgedrückt: Der E-Bike-Boom gibt uns die Gelegenheit, die Infrastruktur, die Wanderer heute bereits bei uns schätzen, auch für Radtouristen erkund- und erlebbar zu machen.

Neben dem touristischen Aspekt haben wir auch den Alltagsradverkehr im Blick. Hier sind wir allerdings, was die Entwicklung von Radwegen angeht, auf die Hilfe von Landes- und Bundesregierung angewiesen. Die feste Zusage des Landesbetriebs für Straßenbau, den Lückenschluss zwischen Münchweiler und Nunkirchen und zwischen Limbach und Büschfeld bis Ende 2021 zu realisieren, freut uns – auch wenn uns das alles eigentlich viel zu lange dauert. Doch kann und darf mit der Realisierung dieser beiden Radwegabschnitte nicht Schluss sein. Wir werden deshalb nichts unversucht lassen, den weiteren Ausbau von Radwegen in unserer Region anzumahnen und nachdrücklich zu fordern – auch im Zusammenspiel mit unseren Nachbarkommunen im Landkreis. Wenn wir alle die Klimawandel-Diskussion wirklich ernst nehmen, müssen wir viel mehr Energie, Zeit und letztendlich auch finanzielle Mittel in den Alltagsradverkehr stecken als das bisher der Fall ist.

Stadtradeln Sie mit!

Uns ist die Sache, trotz arg beschränkter finanzieller Ressourcen,  ernst und wichtig. Deshalb wollen wir auch ein ganz persönliches Zeichen setzen. Die Stadt Wadern wird in diesem Jahr zum ersten Mal an der bundesweiten Aktion „Stadtradeln“ teilnehmen. Kommunalpolitikerinnen und -politiker, Schulklassen, Vereine, Unternehmen und viele Bürgerinnen und Bürger bilden Teams und treten 21 Tage lang für mehr Fahrradförderung und den Klimaschutz in die Pedale. Es gilt, möglichst viele Kilometer beruflich und privat CO2-frei mit dem Fahrrad zurückzulegen. Am Ende werden die engagiertesten Teams und die fahrradaktivsten Kommunen und Kommunalparlamente ausgezeichnet. Der saarländische Kampagnenzeitraum ist vom 18. Mai bis 7. Juni 2019. Wenn auch Sie während des dreiwöchigen Aktionszeitraums Ihr Auto stehen lassen und auf das Fahrrad umsteigen wollen oder eine besondere Aktion rund um das Thema Fahrrad vorhaben, dann melden Sie es unserem Koordinator Martin Vorreiter (Tel. 06871/507119, mvorreiter@wadern.de). 


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