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12. Dezember 2017 |
Bürgermeisterinfo

Reden wir über den Winter und den Winterdienst

Schnee ist schön! Keine Frage! Doch für unseren Baubetriebshof ist die weiße Pracht, genau wie Eis und Reifglätte eine ständige Herausforderung. Ein paar Fakten rund um den Winterdienst.


Pausenlos im Einsatz: Schneit oder friert es, sind die Kolleginnen und Kollegen vom Räumdienst rund um die Uhr auf der Piste | Foto: erysipel/pixelio.de

Hinweis: Die Antworten auf häufig gestellte Fragen zum kommunalen Winterdienst finden Sie hier.

Was des einen Freud ist des anderen Leid. Das gilt für viele Bereiche im Leben und sicherlich auch für die kalte Jahreszeit. Während die Kinder sich über den Schnee freuen, ist die weiße Pracht vielen Erwachsenen ein Gräuel. Auch für den städtischen Baubetriebshof ist der Winter keine leichte Zeit, vor allen Dingen dann nicht, wenn der Schneeräumdienst die Mitarbeiter Tag und Nacht fordert. Ich möchte kalte Saison zum Anlass nehmen, ein paar grundlegende Dinge in Bezug Räumdienst zu erläutern.

Der Räumdienst der Städte und Gemeinden erfolgt freiwillig, eine generelle Verpflichtung besteht nicht. Es gibt Kommunen, die darauf verzichten, dort sind die Anwohner selbst verpflichtet, vor ihrem Grundstück für die notwendige Sicherheit auf Wegen und Straßen zu sorgen. Nachzulesen ist das unter anderem im Saarländischen Straßengesetz.

Nun will niemand das, was zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen in vielen Gemeinden Gang und Gäbe ist, den Bürgerinnen und Bürgern auch bei uns zumuten. Trotzdem ist es vielleicht manchmal wichtig daran zu erinnern, dass die Stadt der Partner der Haus- und Grundstücksbesitzer ist und nicht ihr Gegner.

Ein paar Fakten zum Räumdienst: Geräumt wird werktags ab 4 Uhr in der Nacht, am Wochenende ab 5 Uhr. Wo wann wie geräumt wird, ist genau festgelegt. Dabei werden viel befahrene Straßen, Steigungen und sonstige Gefahrenstellen sowie die Zufahrten zu Schulen, Kindergärten, Krankenhaus etc. selbstverständlich zuerst bedient; danach die Ortsdurchgangsstraßen (Sofern sie in städtischem Besitz sind, ansonsten räumt hier der Landesbetrieb für Straßenbau!). Später werden dann die Wohnstraßen angefahren.

Soweit zum grundsätzlichen Ablauf. Nun zu den Details: Die städtischen Räumfahrzeuge, aber auch die Einsatzwagen unserer privaten Partner sind angehalten, nicht mehr als 25 Kilometer in der Stunde zu fahren. Wer jemals auf einem Räumfahrzeug gesessen hat, wird auch gar nicht auf die Idee kommen, dass die Fahrzeuge ein schnelleres Tempo anschlagen könnten. Oft wird Klage darüber geführt, dass der Schnee, den man gerade mühsam vom Bürgersteig entfernt hat, dank des Schneepfluges und dessen Tempo erneut auf dem Gehweg landet. Nun ist bei Schneemassen in der Tat nicht zu vermeiden, dass der Schnee von der Straße an den Rand auf den Gehweg gedrückt wird. Doch Schneemassen kommen in unseren Breiten nur selten vor. Vielmehr ist es oft so, dass die Gehwege von Eis und Schnee befreit werden, in dem die Eismassen auf der Straße entsorgt werden. Oft obwohl in unserer ländlichen Gegend – im Gegensatz zu großen Städten – die Möglichkeit besteht, Schnee und Eis im eigenen Vorgarten, in der Hofeinfahrt etc. zwischenzulagern. Hier werden also zuweilen leider Ursache und Wirkung verwechselt.

Ein Ärgernis sind auch Fahrzeuge, die auf der Straße parken, der Räumdienst also um diese Wagen herumkurven muss. Schnee ist meist Tage vorher angekündigt, Parkflächen gibt es rund um die Häuser meistens auch genug. Unsere Bitte also: Wenn Schnee gemeldet ist, seien Sie so gut und parken Ihr Auto in der Hofeinfahrt oder eben ein paar Meter weiter entfernt. Sie helfen damit, Ärger und Verdruss auf allen Seiten zu vermeiden.

Ein Ärgernis für viele Anlieger ist auch die Tatsache, dass die Räumdienste nicht jeden Winkel erfassen können. Das liegt oft daran, dass die Wendemöglichkeiten in Sackgassen und Wendehämmern von parkenden PKW oder durch aufgetürmte Schneeberge erheblich eingeschränkt sind.

Sie sehen, das Thema ist komplex und  bei einer Flächenstadt wie Wadern mit einem Straßennetz von 173 Kilometern kaum befriedigend für alle Beteiligten zu lösen. Trotzdem sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Räumdienstes mehr als bemüht, nicht nur ihrem anspruchsvollen Job, sondern auch den Ansprüchen der Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt, also letztendlich von uns allen, gerecht zu werden. Das verdient, bei allem Verständnis für berechtigte Kritik in Einzelfällen, mehr Lob und Anerkennung als das gefühlt heute der Fall ist.

Ein Wort noch zu den Gehwegen und der Räumpflicht. Zwischen 7 und 20 Uhr ist der Gehweg freizuhalten. Nun wissen wir alle, dass nicht jeder dazu in der Lage ist, dieser Verpflichtung nachzukommen. Ohne einen Freibrief für diejenigen ausstellen zu wollen, die aus purer Nachlässigkeit den lieben Gott einen guten Mann sein lassen, stellt gerade ältere Menschen das Räumen bei Eis und Schnee vor eine echte, nur schwer zu meisternde Herausforderung. Die Stadtverwaltung erreichen immer wieder Mails, Briefe und Telefonate, in denen angeprangert wird, dass der Nachbar seiner Räumpflicht nicht nachkommt. Wir gehen diesen Fällen selbstredend nach und müssen oft feststellen, dass es sich um ältere Menschen handelt, die sich einfach nicht in der Lage sehen zu räumen. Natürlich weisen wir dann darauf hin, dass die Räumpflicht für jeden gleichermaßen gilt und Unterstützung von außen hier Abhilfe schaffen kann. Es ist aber auch keineswegs verboten, der Nachbarin bzw. dem Nachbarn unter die Arme zu greifen und in den mittlerweile wirklich recht seltenen Fällen, wo Schnee und Eis uns plagen, praktische Hilfe vor Ort zu leisten. Das hilft  nicht nur, die Nachbarschaft zu befrieden, sondern ist auch ein Beitrag der Solidarität, die wir uns gerade im ländlichen Raum leisten sollten.


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