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23. Mai 2017 |
Bürgermeisterinfo

Reden wir über: Das schnelle Internet kommt schnell!

Bis Ende August 2018 will die Telekom in allen bislang unterversorgten Orte in der Stadt Wadern die Netze so ertüchtigen, dass mindestens 50 Mbit/s erreicht werden. Auch in den bereits ausgebauten Netz-Bereichen im Stadtgebiet werden dann merklich höhere Datenraten als heute erreicht.


Ein Blick auf die Ausbaugebiete in der Stadt Wadern. Die Details können Sie unter www.breitband-saarland.de abrufen.

Reden wir über schnelles Internet. Sie erinnern sich? Ein Dauerthema, zumindest für einige Dörfer in der Stadt Wadern. Jetzt kommt Bewegung in die Sache. Vergangene Woche wurde der Ausbauplan für das Breitbandnetz im Saarland vorgestellt. Federführend für Zeitplan und Management des Projekts ist der eGo-Saar, ein Zusammenschluss der Kommunen in Sachen Informationstechnologie, bei dem ich im Vorstand mitarbeite.

Die Stadt Wadern hat in den vergangenen Jahren nichts unversucht gelassen, das Thema Breitbandausbau anzuschieben. In etlichen Diskussionen wurde nicht nur auf die Unterversorgung des ländlichen Raums hingewiesen, sondern mit allen Entscheidern Gespräche darüber geführt, wie hier endlich Abhilfe geschaffen werden kann. Insofern dürfen wir mit dem Erreichten mehr als zufrieden sein. Mehr noch: Die Vergabe der Aufträge zum Breitbandausbau ist ein Meilenstein für die Infrastruktur unserer Stadt.

Ab sofort können Sie bis auf den Straßenzug genau nachvollziehen, wo wann wer ausbaut. Unter www.breitband-saarland.de finden Sie eine interaktive Karte, die exakt aufzeigt, was in den nächsten Monaten an Ausbaumaßnahmen ansteht. Auf dieser Seite gibt es auch ausführliche Hintergrundinformationen ganz allgemeiner Art zum Ausbauprogramm.
Ziel des Gesamtprojektes ist es, bis Ende 2018 allen Haushalten im Saarland eine Mindestgeschwindigkeit von 50 Mbit/s zu ermöglichen, die meisten Haushalte werden sogar in den Genuss von 100 MBit/s im Download kommen.

Alle Gebiete, die auf der Karte unter www.breitband-saarland.de nicht berücksichtigt sind – also nicht farblich unterlegt sind –, verfügen bereits über ein Leitungsnetz das schon heute zwischen 50 und 100 Mbit/s zulässt! Das sind in der Stadt Wadern Büschfeld, Bardenbach, Dagstuhl, Gehweiler,  Krettnich , Lockweiler , Morscholz, Noswendel,  Steinberg, Wadern (Teilbereich) und Wadrill .
Auch in diesen Orten werden allerdings zurzeit oft nur Geschwindigkeiten zwischen 25 und 50 Mbit/s erreicht werden. Woran liegt das? Nun, bei etlichen Verteilern in diesen Netzen wird im Moment noch eine Umsetzungstechnik eingesetzt, die keine höheren Geschwindigkeiten erlaubt. Das heißt, die Netze schaffen höhere Durchsatzraten problemlos, die Technik in den Verteilerkästen hingegen nicht. Alle Telekommunikationsunternehmen, die bei uns aktiv sind, haben aber zugesagt, dass sie die Technik in den Verteilerkästen bis 2018 so ertüchtigen werden, dass auch dort mindestens 50, in den meisten Fällen aber 100 Mbit/s erreicht werden.

Die Fördermaßnahmen, die nun vergangene Woche auf den Weg gebracht wurden,  betreffen nur die Stadtteile, die zwar zumeist eine – wenn auch schwache und unzeitgemäße – Grundversorgung aufweisen, deren Ausbau sich aber bislang für die Telekommunikationsunternehmen nicht gelohnt hat. Hier wurde versucht, durch die Aussicht auf Förderung ein Ausbauanreiz zu schaffen, respektive einen Ausbau im Fall der Fälle sogar komplett aus öffentlichen Geldern zu finanzieren. In der Stadt Wadern betrifft das die Orte Buweiler, Kostenbach, Nuhweiler, Nunkirchen (links des Nunkircher Baches), Oberlöstern, Reidelbach, Rathen, Überlosheim, Wedern, Wadern (Teilbereich), Reidelbach. Der Bereich rechts des Nunkircher Baches wird von Innexio eigenwirtschaftlich, also ohne Förderung ausgebaut. Die Arbeiten hierzu laufen bereits. Einen kleineren Teilbereich in diesem Gebiet (inklusive Münchweiler) wird die Telekom ebenfalls alsbald ertüchtigen.

Den Zuschlag für den Ausbau der als förderwürdig ausgewiesenen Gebiete hat im Kreis Merzig-Wadern und damit auch für die Stadt Wadern die Deutsche Telekom bekommen. Das Telekommunikationsunternehmen hat sich mit der Zuschlagsvergabe verpflichtet, bis Ende 2018 alle ihre Kabelverzweiger – das sind die grauen Kästen am Straßenrand – mit Glasfaser  zu versehen. Von dort aus wird dann über die bestehenden Kupferleitungen eine Versorgung aller Haushalte im Stadtgebiet mit mindestens  50 Mbit/s – in vielen Straßen sogar mit schnelleren Geschwindigkeiten – garantiert.

Nach eigenem Bekunden beginnt die Deutsche Telekom mit den Feinplanungen aller in der Stadt Wadern am 1. Oktober  2017. Gebaut werden soll ab 1. Dezember 2017. Nach Angaben des Telekommunikationsunternehmens sollen die Ausbauarbeiten bereits zum 31. August 2018 beendet sein.

Eine gute Nachricht zum Schluss: Weder die Kommunen noch das Land noch der Bund müssen nach dem jetzigen Stand der Dinge Geld in die Hand nehmen, um das ehrgeizige Ausbauprojekt für das gesamte Saarland zu realisieren. Zu guter Letzt haben die Telekommunikationsunternehmen offenbar doch noch eingesehen, dass es in ihrem ureigenen Interesse sein muss, die Kunden – auch in ländlichen Gebieten – langfristig an sich zu binden. Unser aller Ziel muss es indes sein, auf Dauer alle Haushalte an Glasfaserleitungen anzuschließen und damit auf lange Sicht eine quasi unbeschränkte Durchsatzrate zu gewährleisten. In diese Richtung gehen aktuell sowohl die Bestrebungen der Bundes- und Landesregierung, aber auch des eGo-Saar als Zweckverband der Kommunen.

Doch freuen wir uns zuerst einmal, dass mit dem aktuellen Ausbauszenario schon bald ein Missstand behoben wird, der uns alle nicht nur geärgert hat, sondern der aktuell noch einen eklatanten Wettbewerbsnachteil für unsere Stadt darstellt. Unsere hartnäckigen Bemühungen haben sich letztendlich mehr als ausgezahlt.



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