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17. Oktober 2018 |
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„Vermittlerrolle der Stadt war nicht gefragt“

Dass die Marienhaus GmbH mit dem durch Bundesmittel und Gelder der Krankenkassen geförderten Projekt „Entlastung der Hausärzte“ weiterzieht, hat seine Ursachen auch in der mangelnden Kommunikation des Waldbreitbacher Trägers. Leider wurden auch mehrmalige Vermittlungsangebote der Stadt ignoriert. Hauptursache für die Ablehnung war allerdings, dass weder die Hausärzte vor Ort noch die Kassenärztliche Vereinigung des Saarlandes das Projekt für sinnvoll hielten. Denn eine ähnliche Struktur gibt es bereits.


Foto: Halina Zaremba / pixelio.de

Auch die Stadt Wadern findet es bedauerlich, dass das bundesweite Pilotprojekt zur Entlastung der Hausärzte für die Hochwaldregion gescheitert ist. „Wir haben der Marienhaus GmbH mehrfach angeboten, hier vermittelnd tätig zu werden, leider ist von diesem Angebot nicht Gebrauch gemacht worden, zu keinem Zeitpunkt“, so der Waderner Bürgermeister Jochen Kuttler in einer Stellungnahme. Es stellt sich indes schon die Frage, ob es sinnhaft gewesen wäre, ein mit acht Millionen Euro ausgestattetes Pilotprojekt zu starten, das einen Bedarf decken soll, den es nach übereinstimmenden Angaben der Hausärzte, aber auch der Kassenärztlichen Vereinigung im Saarland gar nicht gibt. Das Projekt der „Versorgungsassistentinnen in der Hausarztpraxis“ geht nämlich in die gleiche Richtung, ist erfolgreich etabliert und wird von der Bevölkerung angenommen. 

Angesichts dieser Diskrepanz zwischen Anspruch und realen Bedingungen, kann man es Kritikern nicht verdenken, dass sie das Pilotprojekt als Trostpflaster für die Krankenhausschließung sehen, so der Waderner Bürgermeister Jochen Kuttler: „Wir haben seinerzeit trotzdem konstruktiv auf den Marienhaus-Vorschlag reagiert und unsere Hilfe angeboten“, so Jochen Kuttler weiter. Einmal mehr ist die Kommunikationsstrategie der Marienhaus GmbH sehr befremdlich. Jochen Kuttler: „Wir waren bei mehreren Sitzungen unter Leitung des Saarländischen Gesundheitsministeriums zugegen, in der die Folgen der Krankenhausschließung in Wadern erörtert wurden. Dabei fielen sowohl der Vertreter der Hausärzte als auch die Repräsentanten der Kassenärztlichen Vereinigung des Saarlandes aus allen Wolken, als die Marienhaus GmbH ihr ‚Entlastungprojekt für Hausärzte‘ präsentierte. Das Erstaunen war vor allen Dingen deshalb groß, weil die Marienhaus GmbH jedes Mal deutlich kundtat, bereits intensive Gespräche mit den Hausärzten geführt zu haben, diese das aber ebenso vehement bestritten wie die Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung. Wenn man wirklich etwas erreichen will, geht man anders an ein so wichtiges Thema ran“, bedauert Jochen Kuttler die Entwicklung.

Weil die Diskrepanz zwischen den Positionen der Hausärzte und der Kassenärztlichen Vereinigung auf der einen und der Marienhaus GmbH auf der anderen Seite offensichtlich gewesen ist, hat die Stadtverwaltung sich als Vermittler angeboten – sowohl in diesen Sitzungen als auch im persönlichen Gespräch mit der Geschäftsführung der Marienhaus GmbH. Abgesehen von der Sinnhaftigkeit des Projekts des Waldbreitbacher Trägers, das ja über Bundesmittel und Gelder der Krankenkassen finanziert werden soll, bedauert die Stadt Wadern, dass ihr Engagement hier nicht zum Tragen gekommen und sie auch zu keinem Zeitpunkt über den Fortgang der Dinge informiert worden ist. Ob es indes Sinn gemacht hätte, Fördergelder in ein Projekt zu investieren, von dem sowohl die Fachleute der Kassenärztlichen Vereinigung als auch die Hausärzte-Vertreter sagen, dass das zugrunde liegende Problem schlicht und ergreifend nicht existiert, darf bezweifelt werden. Gleich, ob in Wadern oder anderswo.


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