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06. Juni 2019 |
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Und ab geht die Post... Oder eben auch nicht!

Seit Einrichtung des Postpunktes in der Unterstraße stehen die Zeichen auf Ärger. Und man kann in der Tat nur den Kopf schütteln, was sich das einstige Staatsunternehmen hier leistet. Ab 1. Juli ist indes Besserung in Sicht.


Hoffnung auf Besserung: Ab 1. Juli soll die Postfiliale in Wadern wieder privat betrieben werden.

Reden wir über die Post. Und ganz konkret über die Postfiliale in der Waderner Unterstraße. Bringen wir es auf den Punkt: Ein Trauerspiel sondergleichen! Die Deutsche Post AG mauert, vertröstet und verärgert ihre Kunden in einer Art und Weise, dass einem der Atem stockt. Doch der Reihe nach.

Als die Postagentur am Montmorillonplatz zum 1. März 2019 schloss, gingen diesem Abschied vorher Gespräche voraus, um eine für alle Beteiligten zufriedenstellende Lösung zu finden. Die Stadt Wadern wurde dabei von der Deutschen Post AG nie eigenständig kontaktiert. Vielmehr haben wir, als wir von der Schließung der bisherigen Agentur hörten, selbst den Kontakt zu den Verantwortlichen gesucht. Unsere Möglichkeiten sind hier aber beschränkt, weil wir natürlich keinen direkten Einfluss auf die Geschäftspolitik des Weltkonzerns haben. Wir haben aber Örtlichkeiten vermittelt und den Kontakt zu potenziellen Interessenten hergestellt und natürlich unsere Unterstützung bei der Umsetzung eines neuen Konzepts vor Ort zugesagt.

Knappe Öffnungszeiten, viel Ärger

Dabei wurden viele Möglichkeiten in Betracht gezogen, unter anderem auch die Einbindung der Poststelle in das örtliche Einkaufzentrum. Im Gegensatz zu dem, was man in den Sozialen Netzwerken nachlesen konnte bzw. leider musste, war es natürlich nicht so, dass hier vorab ein Verdrängungswettbewerb stattgefunden hat, „böse Kräfte“ sich also die Postfiliale „einverleiben“ wollten. Ganz im Gegenteil! Die Post hatte unter anderem diese Möglichkeit in Betracht gezogen, um im Kernort möglichst unterbrechungsfrei umfassende Post-Dienstleistungen anbieten zu können. 

Gescheitert sind fast alle einer näheren Betrachtung unterzogenen Örtlichkeiten schon daran, dass die baulichen Gegebenheiten, wie Anliefermöglichkeit, Parksituation und nicht zuletzt auch die Barrierefreiheit Grundbedingungen schaffen, die nicht jede Räumlichkeit erfüllt. Inwiefern die geschäftlichen Konditionen, die die Post einem potenziellen Betreiber vorgibt, eine Rolle spielen, entzieht sich zum einen unserer Kenntnis, zum anderen steht es uns nicht zu, die Geschäftspolitik eines Privatunternehmens zu kommentieren.

Fakt ist, dass wir lange Zeit nichts mehr von der Deutschen Post AG gehört haben, bis dann die Pressemeldung öffentlich wurde, dass der Konzern in der Unterstraße eine Postfiliale „in eigener Regie“ betreiben wird, bis sich eine Agentur-Lösung abzeichnet. Das ist natürlich keine „Good-Will“-Aktion der Post, sondern in der Post-Universaldienstleistungsverordnung so festgeschrieben. Darin heißt es: „In allen Gemeinden mit mehr als 2000 Einwohnern muss mindestens eine stationäre Einrichtung vorhanden sein; dies gilt in der Regel auch für Gemeinden, die gemäß landesplanerischen Vorgaben zentralörtliche Funktionen haben“. 

Das trifft auf den Kernort Wadern zu. „Alles gut“, könnte man meinen. Mitnichten! Denn das Gesetz sieht einen Mindestservice vor, keine umfassende Dienstleistung. Und außerdem ist auch kaum von Qualitätsstandards, geschweige denn von Öffnungszeiten die Rede. 

Und so hat die Deutsche Post AG zum 1. März 2019 in eigener Regie eine Postfiliale eröffnet. Mutmaßlich nicht, weil sie das unbedingt wollte, sondern weil es einer gesetzlichen Vorgabe entspricht. Das Ergebnis ist uns allen bekannt: keine Postbankdienste mehr, keine Schließfächer, völlig abstruse Öffnungszeiten… Irgendwie abschreckend, ist man versucht zu sagen. Wir haben umgehend und permanent interveniert und immer und immer wieder die Antwort bekommen, dass man weiterhin nach einem privaten Betreiber suche und… dann werde alles gut.

Zuständig ist… niemand

Zwischenzeitlich hat das frühere Staatsunternehmen die Sache auf die Spitze getrieben. Die Filiale blieb einfach zu. Mir nichts, dir nichts. Wir konnten erst über stundenlange Telefonate von Pontius zu Pilatus herausfinden warum: Der zuständige Mitarbeiter sei erkrankt, hieß es lapidar. Nun kann es natürlich vorkommen, dass ein Mitarbeiter erkrankt und damit ein Engpass entsteht. Aber die Kunden weder in irgendeiner Form zu informieren noch für einen entsprechenden Ersatz zu sorgen, schlägt dem berühmten Fass den Boden aus. 

Die Erkrankungsfälle häuften sich, die Schließzeiten auch. Zur Abholung in der Filiale befindliche Pakete warteten vergeblich auf ihre Empfänger. All das, der Regionalleitung der Post von uns in schillerndsten Farben dargelegt, interessiert dort offenbar schlichtweg niemanden. Wir haben uns bis zur Zentrale durchtelefoniert und -geschrieben, mit keinem Ergebnis.

Die Kehrseite der Medaille ist, dass die Agenturen in Nunkirchen und Weiskirchen völlig überlastet sind, theoretisch und wahrscheinlich auch praktisch mehr Personalressourcen brauchen. Am 29. Mai 2019 hat uns die Regionalleitung der Deutschen Post AG dann mitgeteilt, dass die Filiale in Wadern bis auf Weiteres (Stand: Ende Mai 2019) wegen Personalmangel geschlossen bleibt. Wer Fragen zu Sendungen hat, die noch in der Filiale liegen, wurde und wird an folgende Telefonnummer verwiesen: 0228/4333111. Da ist man dann doch fast sprachlos ob der Kaltschnäuzigkeit.

Neue private Agentur ab 1. Juli

Eines sei hier noch erwähnt, weil wir quasi permanent mit Beschwerden zum Thema konfrontiert sind: Die Stadtverwaltung betreibt keine Postfiliale, sie dürfte es auch nicht, selbst wenn sie wollte. Die Stadt Wadern hat auch keinen direkten Einfluss auf das Geschäftsgebaren der Deutschen Post AG. Es handelt sich wohlgemerkt um einen Privatkonzern, der sich an ein paar, leider sehr lapidar formulierte, Grundsätze halten muss, die gesetzlich vorgegeben sind. 

Was wir tun, ist, nicht locker zu lassen. Wir stehen permanent auf der Matte, um Verbesserungen zu erreichen bzw. den jetzigen Zustand zu beenden. Allerdings mit sehr beschränkten Mitteln. Eine nachhaltige Besserung versprechen wir uns zum 1. Juli 2019, dann soll die Filiale in der Unterstraße wieder in privater Regie als Agentur geführt werden – Postbank, Schließfächer und kundenfreundliche Öffnungszeiten inklusive. Man kann dem Betreiber nur von Herzen das Beste wünschen!



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