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Geht nicht? Gab’s nicht! Und gibt’s nicht!

Kulturarbeit in Coronazeiten stellt alle Beteiligten vor riesige Herausforderungen. In unserer Stadt haben wir mit viel Kreativität und Mühe in schwierigen Zeiten Veranstaltungen möglich gemacht. Was lief im zweiten Jahr der Pandemie und wie geht es weiter?

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Die Poolparty im Waderner Freibad war ein Highlight im sonst eher trüben Sommer 2021. Rund 200 Kids tobten bei viel Musik auf den zahlreichen Wasserspielzeugen rum und hatten Spaß dabei! Foto: Zephyrus
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Von träumenden Rittern und geküssten Fröschen: Mit der Actionbound-App „Es war einmal... die sagenhafte Märchentour rund um Burg Dagstuhl“ können sich Groß und Klein die Sagen rund um die Burg Dagstuhl anhören, verschiedene Märchenszenen anschauen und dabei versuchen, auf dem Weg spannende Rätsel und Aufgaben zu lösen.
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Beim Waderner Marktsommer im August passte alles zusammen: Wetter, Musik, gutes Essen und Lockerungen der Corona-Maßnahmen. Das sorgte für einen in diesen Tagen selten vollen Marktplatz. Foto: Stadt Wadern
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Beim Waderner Wildmarkt sorgte der Musikverein Buweiler für beste Stimmung unter den zahlreichen Besuchern. Foto: Stadt Wadern
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Autor Frank Goldammer las im Waderner Kino. Ein voller Erfolg, über den sich nicht nur das Organisationsteam (Petra Lauk vom Kulturamt, Beatrice Schmitt und Anne Schmidt von der Bücherhütte (v.l.n.r.) freuten. Foto: Stadt Wadern

Kultur lebt von und für Menschen, die für Musik, Lesungen, Vorführungen, Spiel und Spaß zusammenkommen, um gemeinsam etwas Schönes oder Interessantes zu erleben. Und genau das verhagelt einem die Pandemie. Dass es trotzdem geht, haben wir mit vereinten Kräften in Wadern erleben können und dürfen. Nichts zu machen, war in den letzten Monaten keine Option für uns. Die Pandemie verlangt uns dabei so einiges an Kreativität, Flexibilität und Organisationsvermögen bei der Durchführung von Events ab. Mit einem tollen Team und unglaublich engagierten Partnern und Vereinen haben wir aber die Situation bisher gemeistert.

Märchentour für Kids

Gerade Kinder leiden unter dem mangelnden Angebot und so lag das besondere Augenmerk auf dem Angebot für die Jüngsten. Ein Highlight ist seit einigen Jahren das große Märchenfest auf Burg Dagstuhl in Zusammenarbeit mit den Theatervereinen Lockweiler und Nunkirchen. Das „große“ Fest fiel 2021 etwas kleiner und übersichtlicher aus, aber es fand statt! Als offenes Fest ging das natürlich nicht, aber als klar war, dass die Theatervereine proben dürfen, haben die Mitarbeiterinnen des Kulturamtes und des Stadtmuseums zusammen mit den Vereinen innerhalb von sechs Wochen das märchenhafte Event für fünf Gruppen zu jeweils 50 Personen ermöglicht.

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Das Märchenfest konnte im Live-Stream miterlebt werden und als besonderer Clou wurde und wird über die App „Actionbound“ eine digitale Märchentour zum selber Wandern und Erleben angeboten. Dazu kann man sich einfach die Actionbound-App im App Store oder Google Play kostenlos herunterladen, entweder direkt in der App nach der Tour „Es war einmal... die sagenhafte Märchentour rund um Burg Dagstuhl“ suchen oder den QR-Code zur Tour auf www.stadtmuseum-wadern.de oder www.wadern.de einscannen und schon kann man die eigene Entdeckungstour rund um Burg Dagstuhl ganz nach Lust und Laune starten. Dabei lassen sich auf dem persönlichen Rundgang noch einmal die Auftritte der Theatervereine per Video erleben und junge Märchenfans können versuchen, auf dem Weg spannende Rätsel und unterschiedliche Aufgaben zu lösen. Das Konzept kam nicht nur bei den BesucherInnen des Märchenfestes gut an, sondern auch bei der Tourismus Zentrale Saar: Sie zeichnete es im Rahmen des Projektes „Städtetourismus im Saarland“ aus.

Der Weihnachtsmann kam mit dem Bus

Statt des bekannten Familienfestes im Stadtpark gab es das „Familienfest to go“: Das Jugendbüro Wadern-Weiskirchen und das Kulturamt der Stadt Wadern verteilten über 200 Beutel mit Spielsachen, Mal- und Bastelanregungen. Und was im Sommer geht, läuft auch im Winter: die Weihnachtsbusaktion des Wirtschaftsverbandes Stadt Wadern – aktiv unterstützt von der Stadt Wadern – war ein voller Erfolg: An drei Adventsamstagen rollte der Bus mit dem Nikolaus an Bord in alle Stadtteile und verteilte Überraschungen an die Kinder.

Ein großer Lichtblick im wettermäßig eher trüben Sommer war die Poolparty für Kinder im Waderner Freibad. Der Badespaß ersetzte die sprichwörtlich ins Wasser gefallene Poolparty, die 2018 und 2019 im Hallenbad stattgefunden hatten und dort coronabedingt nicht mehr durchgeführt werden konnte. Im Freien stellte der fast stündliche Wechsel der Spielgeräte, das Desinfizieren und die Kontrolle der Abstandseinhaltung einen organisatorischen Kraftakt für das Team dar. Aber der hat sich gelohnt. Wir hatten am 25. August unglaubliches Glück mit dem Wetter und rund 200 Wasserratten hatten richtig Spaß beim Erstürmen der Wasserburg, beim Wasserlaufen oder beim Torwand-Schießen mit dem Zephyrus-Diskoteam. Unterstützt wurde das Event im Freibad wieder von der Sparkasse Merzig-Wadern und den Stadtwerken. Der Jugendclub Noswendel sorgte mit Unterstützung der Metzgerei Stroh für das leibliche Wohl.

Der Luxus: Live-Musik war möglich

Doch auch die ausgewachsenen Kulturfreunde hatten Grund zur Freude: Dank des Engagements des Vereins für Heimatkunde Wadern konnte im Juli ein alternatives Stadtfest unter dem Titel „Maad im Stadtpark“ angeboten werden. Corona bedeutet mit Absperrungen, Kontaktnachverfolgung und Kontrolle der Hygieneauflagen für Veranstalter: mehr finanzieller, mehr personeller und mehr organisatorischer Aufwand bei stark begrenzten Besucherzahlen und wir sind froh, dass die Politik hier mitgezogen hat, um den Bürger*innen endlich wieder Konzerte anbieten zu können. Das gleiche gilt für den Waderner Marktsommer, der wegen des enormen Aufwandes einmal statt der üblichen sechsmal stattgefunden hat. In normalen Zeiten reichen zwei Personen zu Beginn und zum Ende des Konzertes für Auf- und Abbau. Jetzt sind es neun Personen, davon sechs durchgehend, um die Zugangskontrolle und die Einhaltung der Auflagen zu gewährleisten. Doch der Aufwand lohnte auch hier: Trotz kühler Temperaturen kamen 250 dankbare Zuhörer auf den Marktplatz.

Eine große Erleichterung brachte die Öffnung der Kinos im Juni. Damit waren in Wadern auch wieder Filmvorführungen, Vorträge und Lesungen möglich. Das Kino mit seinem engagierten Verein Filmfreunde Lichtspiele Wadern ist ein großer Glücksfall für Wadern und das Kulturprogramm. Die Waderner Buchwoche wäre ohne diesen tollen geräumigen Saal schlichtweg nicht möglich gewesen. Sieben von zwölf Veranstaltungen rund ums Buch für Klein und Groß fanden unter dem Sternenhimmel des historischen Kinosaals statt. Aber auch hier müssen für Einlasskontrolle, Platzeinweisung und Desinfektion dreimal so viel Leute ran wie üblich. Und man  muss in Kauf nehmen, dass das Kino mit 60 statt 120 Leuten ausverkauft ist, was natürlich auch finanzielle Einbußen mit sich bringt.

Dankbar sind wir auch für das Engagement des Vereins „Kultur am Tor“ in Nunkirchen mit dem Angebot nächtlicher Wanderungen und das der Bücherhütte in Wadern, deren Team mit viel Herzblut die Buchwoche mitgestaltet.

In Zeiten schwieriger Rahmenbedingungen für Live-Konzerte bot das Festival „Konzerterinnerungen im Waderner Kino“ mit Unterstützung der Waderner Residenzkonzerte eine willkommene Alternative. Die Aufzeichnungen der beeindruckenden Konzerte in der Kleinen Residenz Wadern des Filmteams Wadern waren im Oktober und November zu erleben. Ein beeindruckendes Live-Konzert der Waderner Residenzkonzerte gab es im November mit dem Pianisten Professor Robert Leonardy im Foyer der Stadthalle.

Ein kulinarisches Highlight erwartete die Besucher*innen Ende Oktober beim begehrten Waderner Wildmarkt. Erstmals hatte man hier an zwei Tagen die Gelegenheit, heimische Wildprodukte zu kaufen und vor Ort zu genießen. Zeitlich fiel er glücklicherweise gerade in die Lücke zwischen strengeren Corona-Auflagen und so war das Bild und das Gefühl eines menschenbelebten Marktplatzes ein weiterer Lichtblick im vergangenen Jahr.

Spannendes 2022

Und dieses Jahr? Nun, auch 2022 wird uns Corona sicher noch ein gutes Stück begleiten und das Einzige, was gesichert ist, ist die Unsicherheit bei der weiteren Planung. Nichtsdestotrotz hat das Kulturamt der Stadt Wadern mit den Partnern ein Veranstaltungsprogramm für 2022 auf die Beine gestellt, das auf die Durchführung etablierter Veranstaltungen und Veranstaltungsreihen auch in widrigen Zeiten setzt. Dabei behalten wir das gesundheitliche Wohl aller – der BesucherInnen und Akteure – immer im Auge. Die Devise lautet, das kulturelle und sportliche Leben wo immer es geht am Laufen zu halten!

Weitere Informationen zum Waderner Veranstaltungsprogram 2022 in dieser Ausgabe unter „Amtliche Mitteilungen“ und im Netz unter www.wadern.de

 


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