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29. Juli 2019 |
Bürgermeisterinfo

Wenn es stark und viel zu viel regnet…

Am 11. Juni 2018 setzte ein Unwetter mit Starkregen einzelne Stadtteile massiv unter Wasser. Seitdem hatte Petrus zwar ein Einsehen – bis jetzt… Um zu wissen, was bei Starkregen wo wie passiert, haben wir eine Starkregengefahrenkarte erstellen lassen und eine Informationsseite eingerichtet. Das verhindert zwar kein Unwetter, unterstützt aber die Bemühungen, sich vor den Folgen zu schützen.


Auf unserer Starkregengefahrenkarte können Sie bis ins Detail einsehen, wie sich die Gefahrenlage bei massivem Regen entwickelt.

Ein geschützter Wasserdurchlass sorgt dafür, dass Treibgut möglichst außerhalb der Kanäle bleibt.

Reden wir übers Wetter. Genauer gesagt über die Unbilden desselbigen. So manch einem wird der 11. Juni 2018 hier als markantes Datum dauerhaft im Gedächtnis bleiben. Rund um den Marktplatz in Wadern entstand innerhalb weniger Minuten ein reißender Fluss, der in der Folge die Unterstraße flutete, um kurze Zeit später auch die Franz-Haas-Straße unpassierbar zu machen. Vor der Herbert-Klein-Halle bildete sich ein metertiefer See, der Keller der Herbert-Klein-Halle lief voll und auch das Freibad wurde überflutet. Nicht nur im Stadtteil Wadern ging die Welt förmlich unter. Besonders getroffen wurden auch die Stadtteile Morscholz, Löstertal und Bardenbach. Die ernüchternde Bilanz stadtweit: etliche vollgelaufene Keller, verwüsteter Wohnraum und beschädigte Straßen.

Schon vor dem 11. Juni hat die Stadt Wadern viel Geld und Engagement in die Entflechtung von Wasserströmen gesteckt. Zudem sind wir Teil eines Modellprojekts zur Starkregenvorsorge, das durch das Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz des Saarlandes gefördert wurde. In Zusammenarbeit mit Fachleuten der geomer GmbH ist so eine Starkregengefahrenkarte für das Stadtgebiet entstanden, die in einer öffentlichen Veranstaltung Mitte Juni interessierten Bürgerinnen und Bürgern vorgestellt wurde.

Detaillierte Darstellung der Gefahrenlage

Die Starkregengefahrenkarten zeigen sehr genau auf, welchen Weg das Wasser zu den Fließgewässern nimmt und simulieren theoretische Starkregenereignisse mit unterschiedlichen Wassermengen. So lassen sich gezielt Maßnahmen erarbeiten, wie das Wasser besser umgeleitet werden kann. Zum Beispiel durch das Stoppen von Treibgut vor den Ortschaften. Äste und Laub verstopfen häufig die Wasserdurchlässe, die bei Starkregen für einen geregelten Ablauf sorgen könnten.

Hier gibt es also einiges zu tun, wobei ein Unwetter wie das vom 11. Juni 2018, bei dem Meteorologen von einem „Jahrhundertereignis“ sprechen, nie in Gänze beherrschbar sein wird. Von städtischer Seite kann und wird mit vielen kleinen und auch einigen größeren Maßnahmen in Teilbereichen Vorsorge getroffen, in Gänze verhindern kann nach aktuellem Stand der Dinge Hochwasser und Überschwemmungen bei Starkregenunwettern aber niemand. Kein Kanalnetz – wie auch immer dimensioniert – hätte die Wassermassen vom Juni vergangenen Jahres geordnet ableiten können, zumal auch die Flüsse und Bäche, die das Wasser aufnehmen müssen, sehr rasch über die Ufer traten.

Nichtsdestotrotz zeigt die erstellte Starkregengefahrenkarte sehr klar neuralgische Bereiche in unserem Stadtgebiet auf. Nicht nur uns, sondern auch Ihnen, zum Beispiel als Eigentümer einer Immobilie. Somit wird klarer, wer wo und in welchem Ausmaß gefährdet ist. Sie können die Karten so heranzoomen, dass Sie bis auf wenige Meter genau sehen, wie sich die Gefahrenlage im Falle eines Falles in Ihrer nächsten Umgebung entwickelt. Die Karten simulieren allerdings nur eine Modellsituation, also stetigen Regen zu einem bestimmten Zeitpunkt. Sie können dabei nicht die Wirklichkeit eins zu eins detailliert abbilden – dafür sind Wetterereignisse schlicht zu lokal und zu unterschiedlich in der Intensität. Das Kartenmaterial zeigt aber sehr deutlich auf, wie sich Starkregen vom Grundsatz her im Stadtgebiet auswirkt und welche Gefahrenlagen besonders exponiert sind.

Einfache Maßnahme, große Wirkung

In Ergänzung der Starkregengefahrenkarte gibt es auf unserer Seite eine Reihe an Empfehlungen, wie Sie Ihr Wohngrundstück schützen können – zum Beispiel gegen Rückstau aus dem Kanal oder auch in Bezug auf die Entwässerung des Grundstücks. Hier können schon erstaunlich kleine Maßnahmen mit geringem Aufwand große Wirkung erzielen. So kann ein um ein paar Zentimeter erhöhter Randstein bei Lichtschächten schon Schutz gegen die Fluten bringen.
Neben der Starkregengefahrenkarte halten wir hier auch weitere Links und Broschüren mit nützlichen Informationen für Sie bereit.


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