Eichenprozessionsspinner - Häufig nachgefragt
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Achtung Eichenprozessionsspinner!

Die wärmere und trockenere Witterung der letzten Jahre hat zu einer deutlichen Ausweitung des Vorkommens des Nachtschmetterlings in Deutschland geführt. Neben dem Kahlfraß an den Bäumen, stellen die Haare seiner Raupen auch für Mensch und Tier eine Gefahr da. Doch wie gefährlich sind die Raupen wirklich? Was tut die Stadt Wadern gegen die Plage? Wie kann man sich schützen? Antworten auf alljährlich wiederkehrende Fragen.

Anfang Mai schlüpfen die Raupen aus dem Ei und durchlaufen bis zu ihrer Verpuppung sechs Entwicklungsstadien. Die Raupen des Eichenprozessionsspinners leben in Gruppen und gehen gemeinsam auf Nahrungssuche – daher der Name „Prozessionsspinner“. Von April bis Juni fressen sie vor allem Eichenblätter und verursachen dadurch Lichtungs- oder Kahlfraß. Ab dem dritten Larvenstadium (Mai, Juni) bilden sich beim Eichenprozessionsspinner die sogenannten „Brennhaare“. Bis zum Erreichen des sechsten und somit letzten Larvenstadiums nimmt die Anzahl und Länge der „Brennhaare“ mit jeder Häutung zu. Das dort enthaltene Nesselgift Thaumetopoein kann zu allergischen Reaktionen führen.

Die Brennhaare des Eichenprozessionsspinners können leicht in die Haut und Schleimhaut eindringen und sich dort mit kleinen Häkchen festsetzen. Bei Kontakt können Hautirritationen, Augenreizungen, Atembeschwerden und allergische Reaktionen auftreten.

Nein, zwar ist die akute Gefahr während der Raupenfraßzeit des Schädlings (April bis Juni) am größten. Die feinen Brennhaare der Raupen brechen jedoch leicht und werden bei günstiger Witterung über weite Strecken getragen. Da die alten Larvenhäute nach der Häutung in den Nestern bleiben, besitzen diese ebenfalls eine hohe Konzentration an Brennhaaren. Auch hier ist Vorsicht geboten. Da die Raupenhaare eine lange Haltbarkeit besitzen, reichern sie sich über mehrere Jahre in der Umgebung, besonders im Unterholz und im Bodenbewuchs, an. Sie halten sich auch an den Kleidern und Schuhen und lösen bei Berührungen stets neue allergische Reaktionen aus.

Ortspolizeibehörde, Baubetriebshof und Feuerwehr sichern die befallenen Bäume in unmittelbarer Nähe von Kindergärten, Schulen, Parks, und Rastplätzen und sperren – soweit möglich – die Bereiche großräumig ab, da die Haare der Raupen bis zu 100 Meter weit fliegen. Je nach Befallstärke werden Fachfirmen zur Beseitigung der Gespinste beauftragt. Aufgrund der von Jahr zu Jahr steigenden Anzahl befallener Bäume auf städtischem Gelände, kann die Beseitigung nur an stark frequentierten Stellen oder zum Beispiel in direkter Nähe zu Kindergärten, Schulen etc. vorgenommen werden. Auch bei behandelten Bäumen ist es übrigens nicht auszuschließen, dass Reste von Gespinsten mit Härchen der Raupe umherfliegen. Halten Sie also einen möglichst großen Abstand zu befallenen Bäumen.

Nein, das ist leider aufgrund der mittlerweile großen Anzahl unmöglich. Auch Absperrungen mit Flatterband helfen nur sehr bedingt weiter. Wie oben beschrieben wird die Stadt an stark frequentierten Orten – beispielsweise Kindergärten, Schulen etc. – Raupen und Nester entfernen. In Gänze wird aber weder eine Absperrung aller betroffenen Flächen geschweige denn eine komplette Entfernung aller Nester, Raupen und Gespinste möglich sein. Letzteres ist schon deshalb nicht sinnhaft, weil die Brennhaare der Raupen durch die Luft unkontrollierbar verweht werden können. Zudem sind auch bei einer professionellen Entfernung der Nester Restbestände von Haaren im Umfeld nicht ausgeschlossen. Wir werden gefährdete (öffentliche) Areale aber nach und nach als solche kennzeichnen. Hier ist dann jeder selbst gefragt, sich umsichtig und vorbeugend zu verhalten.

Befallene Areale sollten Sie grundsätzlich meiden. Vermeiden Sie jeden Kontakt mit den Raupen bzw. den Gespinsten. Bitte beachten Sie auch, dass Haustiere nach einem Spaziergang im Grünen die Brennhaare verschleppen und sogar mit nach Hause bringen können. Kommt es zu einem Kontakt mit Raupenhaaren sollte man trotz Juckreiz nicht kratzen, sofort die Kleidung wechseln, sich intensiv abbrausen und die Haare gründlich waschen. Giftige Raupenhaare können mit Klebestreifen von der Haut entfernt werden. Die Kleidung sollte anschließend bei 60 Grad gewaschen werden. Bemerken Sie Symptome wie Störungen des Allgemeinbefindens, allergische Reaktionen, Hautausschlag, Augenbrennen, Schluck- und Atembeschwerden, suchen Sie bitte sofort einen Arzt auf.

Machen Sie den Befall auf einem öffentlichen Gelände aus, melden Sie diesen bitte per E-Mail an ordnungsamt@wadern.de oder telefonisch unter 06871 5070 – bitte unbedingt mit genauer Ortsangabe. Wir beraten Sie auch gerne bei einem Befall auf privaten Grundstücken und geben Ihnen Informationen zu Fachfirmen, die sich um die Beseitigung der Nester auf Ihrem Privatgrundstück kümmern.

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