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Nordsaarlandklinik: KVS-Post aus Saarbrücken

Die Kassenärztliche Vereinigung Saarland hat auf unser Transparenzpapier geantwortet. Gut so! Leider bleiben viele wesentliche Fragen unbeantwortet. Wir suchen also weiter den Dialog.

Reden wir erneut über die medizinische Versorgung im nördlichen Saarland. Sie bleibt ein Dauerthema. Und das ist auch richtig so, denn es geht um die Frage, wie die Menschen im Hochwald in fünf, zehn oder fünfzehn Jahren medizinisch versorgt werden. Vor kurzem haben wir Ihnen an dieser Stelle unser Transparenzpapier mit einem umfangreichen Fragenkatalog vorgestellt. Anlass war die Entscheidung der Kassenärztlichen Vereinigung Saarland (KVS), den Letter of Intent für das geplante Versorgungsmodell nicht zu unterzeichnen.

Inzwischen hat uns die KVS geantwortet und darum gebeten, ihre Stellungnahme überall dort zugänglich zu machen, wo wir auch unser Transparenzpapier veröffentlicht haben. Dieser Bitte kommen wir selbstverständlich gerne nach – übrigens auch mit dieser Veröffentlichung. Schließlich haben wir uns Transparenz ganz bewusst auf die Fahnen geschrieben. Wir wollen ausdrücklich eine öffentliche und sachliche Diskussion darüber, wie die medizinische Versorgung unserer Region künftig aussehen soll. Deshalb veröffentlichen wir sowohl die Stellungnahme der KVS als auch unsere Antwort darauf. Die entsprechenden Dokumente finden Sie, in dem Sie die Bildervorschauen rechts anklicken.

Zuständigkeit ist eine Sache, Verantwortlichkeit eine andere

Die KVS erläutert in ihrer Stellungnahme ihre Position und beantwortet auch einige unserer Fragen. Andere bleiben offen. An einer Stelle müssen wir allerdings etwas klarstellen: Die KVS weist ausführlich darauf hin, dass sie für die ambulante vertragsärztliche Versorgung zuständig ist und nicht für die Krankenhausplanung. Das ist selbstverständlich richtig – und ebenso selbstverständlich ist uns diese Zuständigkeitsverteilung bekannt. Sie geht auch aus unserem Anschreiben und unserem Transparenzpapier hervor. Wir wiederholen sie aber gerne noch einmal, denn für die weitere Diskussion ist genau diese Unterscheidung wichtig.

Unsere Fragen beruhen nämlich gerade nicht auf einer Vermischung von Zuständigkeiten. Sie beschäftigen sich vielmehr damit, wie die unterschiedlichen Verantwortlichkeiten ineinandergreifen müssen, damit am Ende eine funktionierende Versorgung entsteht. Gerade bei einem sektorenübergreifenden Versorgungsmodell lassen sich ambulante und stationäre Strukturen nicht völlig unabhängig voneinander betrachten. Deshalb halten wir wesentliche Fragen unseres Transparenzpapiers weiterhin für legitim und bitten die KVS auch weiterhin um Antworten. Uns interessiert insbesondere,

•    wie die Entscheidung innerhalb der KVS zustande gekommen ist und welche Rolle dabei die Vertreterversammlung gespielt hat, 
•    ob und wie die Ärztinnen und Ärzte unserer Region in die 
•    Meinungsbildung einbezogen wurden, 
•    welche konkreten finanziellen und personellen Belastungen die KVS durch das Modell erwartet hätte, 
•    worauf ihre Einschätzung möglicher negativer Auswirkungen und sogenannter „Parallelstrukturen“ beruht 
•    und vor allem, wie sie die ambulante haus- und fachärztliche Versorgung im nördlichen Saarland in fünf, zehn oder fünfzehn Jahren sicherstellen will.

Der letzte Punkt ist für uns entscheidend. Dass Ärztinnen und Ärzte fehlen und Praxen teilweise nicht mehr nachbesetzt werden können, wissen wir. Die entscheidende Frage lautet: Was folgt daraus? Was geschieht, wenn weitere Ärztinnen und Ärzte altersbedingt ausscheiden? Welche Strukturen brauchen wir dann? Welche Rolle können Anstellungsverhältnisse, Medizinische Versorgungszentren, größere medizinische Einheiten oder neue sektorenübergreifende Angebote spielen? Und wenn die KVS das bislang diskutierte Modell kritisch sieht: Welche Alternative schlägt sie vor? Und schließlich bleibt für uns die Frage offen, warum sich die KVS mit der Unterzeichnung des Letter of Intent so schwertut, wenn sie zugleich betont, dass sie für wesentliche Teile des Projekts nicht zuständig sei und aus der Unterzeichnung selbst keine unmittelbaren rechtlichen Verpflichtungen entstanden wären.

Genau deshalb wollen wir die Diskussion jetzt auch wieder stärker nach vorne richten. In unserer Antwort halten wir an den wesentlichen offenen Fragen fest, machen der KVS aber gleichzeitig ein konkretes Angebot: Setzen wir uns an einen Tisch und reden miteinander. Dieses Angebot gilt im Grunde für alle Beteiligten. Unser Ziel ist es, den Dialog zwischen Land, KVS, Krankenkassen, Ärzteschaft, Knappschaft, Kommunen und weiteren Partnern wieder in Gang zu bringen. Dafür müssen zunächst die Positionen, Möglichkeiten und auch Bedenken der Beteiligten offen auf den Tisch. Nur wenn wir wissen, wo es hakt, können wir gemeinsam überlegen, an welchen Stellen wir ansetzen müssen.

Tischgespräch gewünscht

Genau darin sehen wir unsere Aufgabe. Wir können als Stadt die medizinische Versorgung nicht alleine organisieren – und wir sind dafür auch nicht gesetzlich zuständig. Aber wir können mithelfen, den Motor wieder in Gang zu bringen. Wir können Fragen stellen, Transparenz schaffen, Menschen zusammenbringen und immer wieder den Blick auf das eigentliche Ziel richten.

Dabei geht es uns – wie schon fast gebetsmühlenartig betont – ausdrücklich nicht darum, Schuldige zu suchen oder jemandem den „Schwarzen Peter“ zuzuschieben. Es geht darum, aus unterschiedlichen Positionen wieder einen gemeinsamen Prozess entstehen zu lassen. Die Nichtunterzeichnung des Letter of Intent war der Anlass für unsere Initiative. Das eigentliche Thema ist sehr viel größer: Wie organisieren wir eine zukunftsfähige medizinische Versorgung im ländlichen Raum?

An dieser Frage bleiben wir dran. Wir suchen den Dialog mit allen, die bereit sind, daran konstruktiv mitzuwirken. Und selbstverständlich geben wir unser Ziel einer guten und wohnortnahen medizinischen Versorgung im nördlichen Saarland nicht auf.

Unser Original-Fragenkatalog finden Sie hier.
 


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