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Demokratie, Engagement und Zusammenhalt

77 Jahre Grundgesetz: Der 23. Mai ist der Tag unserer Verfassung. Es ist auch ein Tag, das Ehrenamt zu feiern.

Reden wir über… das Grundgesetz. Am 23. Mai jährt sich die Verkündung unseres Grundgesetzes zum 77. Mal. Unsere Verfassung ist nicht vom Himmel gefallen. Sie ist das Ergebnis bitterer historischer Erfahrungen. Nach der Katastrophe des Nationalsozialismus und den Schwächen der Weimarer Republik haben die Mütter und Väter des Grundgesetzes bewusst eine Ordnung geschaffen, die Freiheit, Menschenwürde und Rechtsstaatlichkeit dauerhaft schützt. Das Grundgesetz garantiert nicht nur unsere demokratische Grundordnung. Es ist zugleich die Grundlage für das freie Leben, das wir heute als selbstverständlich empfinden: Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit, Gleichberechtigung, Rechtsstaatlichkeit.

Aus der Geschichte gelernt

77 Jahre – das klingt zunächst nach einem stolzen Alter. Und doch ist das Grundgesetz bemerkenswert modern geblieben. Natürlich wurde es im Laufe der Jahrzehnte immer wieder angepasst und weiterentwickelt. Aber seine Grundprinzipien haben sich als erstaunlich stabil und tragfähig erwiesen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat deshalb dazu aufgerufen, den Tag des Grundgesetzes stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Unter dem Motto „Der Ehrentag – für dich, für uns, für alle“ soll dieser Tag auch das Engagement der Menschen in unserer Gesellschaft sichtbar machen. Denn Demokratie lebt nicht allein von Gesetzen und Institutionen. Sie lebt vor allem von Menschen, die sich einbringen.
Wenn wir diesen Gedanken einmal auf unsere Stadt Wadern herunterbrechen, wird schnell deutlich, wie viel Engagement es auch bei uns gibt. Der Ehrentag kann deshalb auch als ein Tag für all jene verstanden werden, die sich – an welcher Stelle auch immer – für unsere Gemeinschaft einsetzen. Das Saarland gehört traditionell zu den Regionen mit einer besonders starken Vereinskultur. In Vereinen, Clubs und Organisationen engagieren sich viele Menschen für Sport, Kultur, soziale Anliegen oder das gemeinschaftliche Leben vor Ort. Mitglied zu sein bedeutet dabei meist mehr, als nur ein Hobby zu verfolgen. Es bedeutet, Verantwortung zu übernehmen und sich in den Dienst der Gemeinschaft zu stellen.

Demokratie lebt vom Engagement

Ein besonders anschauliches Beispiel dafür ist unsere Freiwillige Feuerwehr. Der Brandschutz gehört zu den Pflichtaufgaben einer Kommune. Ohne den Einsatz der vielen ehrenamtlichen Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner wäre diese Aufgabe jedoch weder personell noch finanziell zu bewältigen. Hier zeigt sich sehr deutlich, wie eng staatliche Aufgaben und bürgerschaftliches Engagement miteinander verzahnt sind.
Und die Feuerwehr ist nur ein Beispiel von vielen. Ob in Sportvereinen, Kulturvereinen, sozialen Initiativen, kirchlichen Gruppen oder in der Jugendarbeit – überall engagieren sich Menschen für andere. Hinzu kommen die vielen Formen der Hilfe, die oft gar nicht öffentlich sichtbar werden: Nachbarschaftshilfe, Unterstützung älterer Menschen, Begleitung von Kranken oder einfach das offene Ohr für jemanden, der Hilfe braucht. Wer all diese Beispiele aufzählen wollte, würde zwangsläufig jemanden vergessen.

Gemeinsam geht mehr

Deshalb gilt mein Dank als Bürgermeister allen, die sich auf die eine oder andere Weise engagieren. Sie tragen entscheidend dazu bei, dass unsere Stadt lebendig bleibt. Die Kommune ist dabei mehr als nur eine Verwaltungseinheit. Sie ist die Keimzelle demokratischen Lebens.
Hier wird Demokratie im Alltag erfahrbar – in Vereinen, Initiativen, Nachbarschaften und in der kommunalen Selbstverwaltung.
In diesem Sinne dürfen wir den Tag des Grundgesetzes durchaus als einen Ehrentag für uns alle verstehen – für alle, die sich im Sinne der Werte engagieren, die unser Grundgesetz verkörpert. Und behalten wir gemeinsam im Blick, dass Demokratie nicht nur bewahrt, sondern auch weiterentwickelt werden muss. Durch Beteiligung, durch Engagement und durch den festen Willen, unsere gemeinsame Zukunft aktiv mitzugestalten.
 


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