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Auftakt zu Realisierung wichtiger Projekte

Der Stadtrat der Stadt Wadern hat vergangene Woche die Weichen gestellt, um das SHG-Klinikum Hochwald am Standort Wadern Wirklichkeit werden zu lassen – die Bauleitplanung ist gestartet. In der gleichen Sitzung hat sich der Rat für die Energis als Kooperationspartner für das Mammutprojekt Glasfaserausbau entschieden. Beide Beschlüsse sind von enormer Tragweite.

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Kleines Kabel, große Wirkung: An Glasfaser führt in Sachen Breitbandausbau kein Weg vorbei | Foto: Pixabay
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So oder so ähnlich könnte das SHG-Klinikum Hochwald aussehen | Foto: Ideenskizze SHG

Es gibt Wochen, da passiert wenig. Und es gibt Wochen, da rappelt es im Karton! Vergangene Woche war eine Woche, in der es rund ging. Entscheidungen von enormer Tragweite standen in der Ratssitzung vom 16. September 2021 an. Zum einen hatte der Stadtrat den Aufstellungsbeschluss für die Bauleitplanung für das SHG-Klinikum Hochwald zu bescheiden. In gleicher Sitzung sollten sich die Ratsherren und -damen für einen Kooperationspartner in Sachen Glasfaserausbau entscheiden. Beide Themenfelder sind spannend, sind herausfordernd und äußerst komplex. Ein Grund mehr, an dieser Stelle detailliert auf sie einzugehen.

Beginnen wir mit der Bauleitplanung für das  SHG-Klinikum Hochwald. Der am vergangenen Donnerstag – mit einstimmiger Empfehlung des Ortsrates Wadern – ebenfalls einstimmig gefasste Aufstellungsbeschluss für das neue SHG-Klinikum Hochwald ist ein Meilenstein in einer Entwicklung, die vor fast vier Jahren mehr als negativ begann. Nämlich mit der Schließung des St.-Elisabeth-Krankenhauses in Wadern Ende 2017. Das war ein herber, ein bitterer Schlag, der damals als Final gesehen wurde. Als Zeichen des Niedergangs des Krankenhausstandortes Wadern und als Wegbereiter einer Entwicklung, die die Benachteiligung ländlicher Regionen ganz bewusst in Kauf nimmt.

An allen Registern gezogen

Auch wenn es zum Verzweifeln war: Den Kopf in den Sand zu stecken, das war von Anfang an keine Option für uns. Das hat der Stadtrat immer genauso gesehen und die wirklich umfassenden Bemühungen der Stadtverwaltung, eine Neuausrichtung der medizinischen Versorgung im nördlichen Saarland zu erreichen, immer nachhaltig unterstützt hat.

Die Stadt Wadern hat seit Schließung der St.-Elisabeth-Klinik nichts unversucht gelassen, ein neues Kapitel in Sachen „Gesundheitsversorgung Nordsaarland“ einzuschlagen. An unserer Seite war und ist die Bürgerinitiative Nordsaarlandklinik, die mit ihrer Forderung nach einem umfassenden Klinik-Zentrum sehr viel dazu beigetragen hat, das Bewusstsein für die Notsituation der Menschen im nördlichen Saarland zu schärfen. Und die auch die Entwicklung in Sachen SHG-Klinikum Hochwald ebenso konstruktiv wie engagiert begleitet.

Es war eine weite Reise, die ich an anderer Stelle bereits des Öftern ausführlich und im Detail geschildert habe. Eine Reise, die im vom Stadtrat der Stadt Wadern am 16. September 2021 gefassten Aufstellungsbeschluss einen erfreulichen Höhepunkt gefunden hat.

In einem solchen Moment soll und muss man sich bewusst machen, dass dieses Etappenziel nicht zu erreichen gewesen wäre, wenn nicht viele willige Akteure unser Ansinnen nachhaltig und mit langem Atem unterstützt hätte. Neben der BI gilt hier mein Dank der saarländischen Landesregierung, die über den Weg eines Interessenbekundungsverfahrens die Weichen neu und richtig gestellt hat. Ein ganz besonderes Dankeschön geht natürlich an den Projektträger, die Saarland Heilstätten GmbH. Der Geschäftsführer der SHG, Bernd Mege, und sein Team sind vertrauensvolle Partner, die auch bereit sind, schwierige Diskussionen sachlich und zielorientiert zu führen.

Das grüne Licht des Stadtrats der Stadt Wadern für die Bauleitplanung ist indes keineswegs der Endpunkt eines Prozesses, sondern vielmehr der Anfang einer neuen Entwicklung, einer konkreten Phase. Neben der eigentlichen Baukonzeption, die ja in den Händen des Vorhabenträgers, also der SHG, selbst liegt, ist es unsere Aufgabe, gemeinsam mit unseren Partnern die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass das SHG-Klinikum Hochwald auf Dauer Erfolg haben kann.

Über den Tellerrand hinaus blicken

Dazu gehört die Absicherung der hausärztlichen Versorgung ebenso wie der Ausbau der fachärztlichen Netzwerke und die Etablierung begleitender Angebote im medizinischen Sektor – und zwar im weitesten Sinne des Wortes. Unser Ziel muss es sein, das Mittelzentrum Stadt Wadern zum Dreh- und Angelpunkt der Gesundheitsversorgung im nördlichen Saarland zu machen. Das muss in enger Abstimmung mit allen Akteuren geschehen – auch und gerade in Absprache mit unseren Nachbarkommunen, die angesichts der deutschlandweiten Entwicklung vor genau den gleichen Problemen stehen wie wir selbst. Es geht nur gemeinsam, im Dialog, offen und transparent. Glück auf also für ein spannendes, für ein ambitioniertes und zukunftsweisendes Projekt. Krempeln wir sprichwörtlich die Ärmel hoch. Und los geht’s!

Bleiben wir noch bei Zukunftsperspektiven. Womit wir beim Thema Glasfaserausbau wären. Am vergangenen Donnerstag hat der Stadtrat der Stadt Wadern nach einem umfassenden Auswahlverfahren ebenfalls einstimmig entschieden, einen Kooperationsvertrag mit der Energis GmbH zum Ausbau des Glasfasernetzes im gesamten Stadtgebiet einzugehen. Das bedeutet nichts weniger als einen enormen Schritt in Richtung zukunftsfähige Infrastruktur.

Das Thema Glasfaserausbau beschäftigt uns schon seit geraumer Zeit: 2017 war die Stadt Wadern – auf unsere Initiative hin – Startpunkt im saarlandweiten Projekt „NGA-Netzausbau Saar“. Damals wurde der Ausbau der Kabelverzweiger, das sind die grauen großen Kästen, die Sie oft am Straßenrand finden, realisiert. Ausbau hieß damals nichts anderes, als dass jeder Kabelverzweiger ans Glasfasernetz angeschlossen wurde. Damit konnten flächendeckend Geschwindigkeiten von 50 bis 100 Mbit/s angeboten werden. Immerhin!

Gigabits für jedes Haus

Uns war allerdings damals schon bewusst, dass das sicherlich nicht das Ende der Fahnenstange sein würde! Die Losung ist klar, der Weg auch: „Gigabits für jedes Haus in der Stadt Wadern!“ Aber warum eigentlich? Den meisten reichen doch die im Moment über die bestehenden Kupferleitungen erreichbaren Übertragungsraten. Im Moment schon... Aber nicht auf Dauer! In Zeiten von Internet-Fernsehen, Streaming-Diensten, Videokonferenzen und Home-Office werden wir immer mehr Daten transportieren müssen. So wie ISDN vor Jahren der Standard war und dann DSL, werden wir in wenigen Jahren nur noch via Glasfaser in der Lage sein, Daten so blitzschnell und stabil wie nötig zu übertragen. Wohlgemerkt, wir sprechen hier von Datenmengen von mindestens 1 Gigabit pro Sekunde. Zum Vergleich: 160 Kilobits pro Sekunde konnten mit ISDN erreicht werden, via DSL immerhin bis ungefähr 32 Megabits pro Sekunde.

Was sich sehr technisch anhört, hat ganz praktische Folgen: Es ist heute schon absehbar, dass sich in nicht einmal zehn Jahren der Immobilienwert eines Gebäudes auch an der verfügbaren Datenübertragungsrate bemessen wird. Mit 50 bis 100 Megabit pro Sekunde wird dann kein Staat mehr zu machen sein. Stabiles und schnelles Internet ist außerdem ein immens wichtiger Standortfaktor und als Schlüsseltechnologie oft entscheidend für die Ansiedelung eines Unternehmens.

Ihre Hilfe ist gefragt!

Glasfaser für alle muss also her! Einfacher gesagt als getan! Aber wir wollen und müssen diesen Weg gehen. Gemeinsam! Das Megaprojekt betrifft rund 8000 Haushalte in unserer Stadt, die sich auf 110 Quadratkilometer verteilen. Ja, wir sind, was die Fläche angeht, die drittgrößte Kommune im Land. Was sich gut anhört, bezahlen wir allerdings teuer an Infrastrukturkosten.

Dort, wo es uns nicht gelingen wird, Haushalte durch einen eigenwirtschaftlichen Ausbau durch die Energis GmbH  ans Glasfasernetz anzuschließen, werden wir versuchen, das mit Hilfe von Fördergeldern (bis zu 90 Prozent, wobei die übrigen 10 Prozent noch immer riesige Summen ausmachen) zu stemmen. Wenn es irgendwie geht, müssen wir einen Flickenteppich innerhalb des Stadtgebiets vermeiden.

Alles in allem werden die Kosten für den Aufbau des Glasfasernetzes im Stadtgebiet aktuell auf rund 20 Millionen Euro geschätzt. Viel Geld, das die Stadt allein ganz sicher nicht aufbringen könnte. Daher ist das eigenwirtschaftliche Engagement der Energis GmbH von immenser Wichtigkeit für uns. Mit Püttlingen, wo die Vorvermarktungsphase bereits erfolgreich abgeschlossen wurde, steht die Stadt Wadern für die Energis GmbH an erster Stelle, was die Glasfaserversorgung der Haushalte im Saarland angeht. Wenn Corona uns lässt und alle sonstigen Parameter geklärt sind, werden wir Anfang kommenden Jahres die Vorvermarktungsphase zum Ausbau starten – Werbe- und Informationskampagnen inklusive.

Damit ein eigenwirtschaftlicher Ausbau sich auch für unseren Partner rechnet, benötigen wir die Bereitschaft von mindestens 30 Prozent der Haushalte im jeweiligen Ausbaugebiet. Nur dann kann es vor Ort wirklich losgehen. Für Sie ist der Anschluss Ihrer Wohneinheit in dieser Phase übrigens gratis, während für einen späteren Anschluss ans Glasfasernetz entsprechende Anschlusskosten fällig werden.

Über Straßen, Bürgersteige, Dächer…

Das Riesenprojekt Glasfaserausbau wird uns allen einiges abverlangen. Zig Kilometer Glasfaser in Bürgersteigen, in Straßen, über Wege und Plätze, zuweilen über Dächer, sind zu verlegen. Um die damit verbundenen Belastungen für die Grundstückseigentümer so gering wie möglich zu halten, setzt die Energis GmbH auf innovative Verlegetechniken.  Unser Partner kennt als örtlicher Versorger die Gegebenheiten bei uns, was die Realisierung des Mammutprojekts sicher einfacher machen wird.

Unser Ziel ist dabei sicher nicht, die ganze Stadt einfach mal so umzugraben. Vielmehr geht es darum, die Haushalte unserer Stadt möglichst sanft, nachhaltig und umfassend an das Glasfasernetz anzuschließen. Und das unter engster Abstimmung aller beteiligten Akteure. Wenn wir dieses Projekt nun gemeinsam angehen, profitiert jede und jeder Einzelne in der Zukunft immens davon. Wir alle gemeinsam haben es in der Hand, die Stadt Wadern einen wichtigen Schritt nach vorn zu bringen und damit noch zukunftsfähiger zu machen!


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