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Die Entsorgung bereitet Sorgen

Die Beschwerden über die vollgemüllten Containerplätze sind allenthalben. „Sollen sie doch mehr abfahren“, sagen manche. „Macht der EVS doch“, sagen wir. Das alles wird nichts nützen, wenn mit Verpackungsmüll nicht sinnhafter umgegangen wird. Und wenn die Müllsünder immer skrupelloser werden.

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Aus Groß mach Klein: Am Wertstoff-Zentrum in Dagstuhl steht Ihnen eine Pappe- und Papierpresse zur Verfügung.

Reden wir erneut über Müll. Und damit auch über unsere Containerstellplätze. Wir alle machen Müll. Eine Binsenweisheit. Das muss aber nicht direkt bedeuten, dass unsere Entsorgungsplätze zwangsläufig zu Müllhalden werden müssen. Besonders seit Beginn der Corona-Pandemie befinden sich die Containerstellplätze in der Stadt Wadern – insbesondere um die Papier- und Altglascontainer herum - in einem ziemlich krassen Zustand. Warum seit Corona? Einfach deshalb, weil wir alle mehr online bestellen und uns beispielsweise das Essen in Lockdown-Zeiten kommen lassen. Für die Ursache der Einzelhandels- und Gastronomieschließungen kann keiner etwas – außer diese Pandemie. Für den ordentlichen Zustand der Containerplätze können wir aber sehr wohl alle etwas tun. Kein Mensch möchte mit dem Anblick zugemüllter Container und den damit verbundenen unhygienischen und gefährdenden Begleiterscheinungen wie Ratten oder Glasscherben in der Nachbarschaft leben. Ganz sicher auch nicht die Kolleg*innen vom Baubetriebshof, die sich quasi tagtäglich einer Müll- und Dreckwüste gegenüber sehen.

Der EVS entsorgt regelmäßig

Alle Container im Stadtgebiet werden durch ein vom Entsorgungsverband Saar (EVS) beauftragtes Unternehmen zweimal wöchentlich ordnungsgemäß entleert. Diese Leerungen werden dokumentiert, sind also beweisbar. In Bardenbach und Steinberg wurden zusätzliche Papiercontainer aufgestellt. Mit einem simplen „dann muss halt öfters geleert werden“ ist es also nicht getan. Die Sachlage stellt sich komplexer dar: Eine häufigere Entleerung – sofern der EVS dazu bereit wäre – bedeutet zwangsläufig eine Erhöhung der Gebühren und trifft damit den Gebührenzahler, also uns alle. Und die Logistik für die Entsorgung der Mehrmengen muss erst einmal geschaffen werden. Bis jetzt gibt es sie nicht.

Aber trotzdem bezahlen wir alle schon drauf: Für die Reinigung und Instandhaltung der zuweilen wirklich unsäglich zugemüllten Stellplätze wendet der städtische Baubetriebshof etwa 30 Prozent seiner Arbeitsleistung auf, die letztendlich auch wieder von uns, also den Bürgerinnen und Bürgern, getragen wird. In der flächenmäßig drittgrößten Kommune im Saarland mit 13 Stadtteilen verteilt auf über 111 Quadratkilometern und einer entsprechenden Anzahl von zu unterhaltenden Anlagen, Gebäuden, Straßen, Wegen und Veranstaltungen fehlen die personellen Ressourcen dann an anderer Stelle. Abgesehen davon, dass das unsachgemäße und widerrechtliche Abladen von Müll menschlich gesehen eine Zumutung für die Mitarbeiter*innen bedeutet, die diesen Dreck entfernen müssen!

Jeder kann mithelfen!

Trotz der misslichen Lage, legen wir natürlich nicht die Hände in den Schoß. Wir sind mit dem EVS im Gespräch, um Lösungsansätze von Seiten des Entsorgungsverbandes zu ermitteln. Bis wir hier auf einen Nenner kommen und halbwegs tragbare und finanzierbare Lösungen gefunden sind, wäre uns allen geholfen, wenn jeder einzelne von uns bei der Müll- und Wertstoffentsorgung umsichtig verfahren würde:

Es macht natürlich Sinn, Abfallreduzierung bereits beim Kauf einzuplanen, zum Beispiel durch Einkauf bei einem lokalen Anbieter oder Sammelbestellung innerhalb der Familie.

Die Wiederverwendung von Papier, Pappe und Kartonagen, z.B. als nochmalige Verpackung, Stauraum für Aufräum- und Umzugsaktionen, kann auch einen Beitrag dazu leisten, die aktuell schwierige Situation zu entschärfen.

Das vorheriges Zerreißen oder Zerschneiden von Pappe und großen Kartons in handliche, flache Stücke erspart Platz bei der Anlieferung, erhöht die Möglichkeit, eine größere Menge am Container in kürzerer Zeit einzufüllen und vermeidet das Verstopfen der Containeröffnungen. Kartonagen, die einfach zusammengedrückt werden, gehen im Container wieder auf und beanspruchen ein großes Volumen.

Nutzen Sie Entsorgungsalternativen: Sind tatsächlich einmal alle Container am zunächst gewählten Standplatz restlos befüllt, kann das Material zu einem Ausweich-Standplatz oder zum EVS Wertstoff-Zentrum gebracht werden.

Auf dem Gelände des EVS-Wertstoff-Zentrums in Wadern steht eine Kartonagenpresse. Sperrige und besonders harte und dicke Kartonage kann hier absolut problemlos entsorgt werden. Ein Knopfdruck genügt und das große Müllproblem wird massiv verkleinert. Die Abgabe aus Privathaushalten in haushaltsüblichen Mengen ist kostenfrei. Sortenfremde

Materialien müssen gesondert abgegeben werden.

Apropos „sortenrein“: Obwohl sich das wie eine Selbstverständlichkeit anhört, erinnern wir gerne noch einmal daran, dass Bauschutt und Hausmüll in den Containern und an den Containerplätzen nichts verloren haben. Wer dort ablädt, was nicht hingehört, macht sich strafbar. Dieses Verhalten wird als Ordnungswidrigkeit geahndet. Die oft herbeizitierte

Videoüberwachung kommt für uns indes nicht in Frage. Sie ist aus Datenschutzgründen nicht erlaubt. Das mag man bedauern und kritisieren, aber die Gesetze sind wie die Gesetze sind. Es ist übrigens auch nicht in unserem Interesse, das Denunziantentum zu fördern. All das ist nicht notwendig, wenn sich jeder seiner Verantwortung gegenüber der Gesellschaft bewusst ist und wird. Es geht nur, wenn wir alle dazu beitragen, unsere Containerplätze sauber zu halten. Und mit Verpackungen, Wertstoffen etc. verantwortungsbewusst(er) umgehen. Und selbstverständlich bleiben wir weiter mit dem EVS im Gespräch, um sinnvolle dauerhafte Lösungen für das Mehr an Papier, Glas etc. zu finden.

Bildunterschrift:

Aus Groß mach Klein: Am Wertstoff-Zentrum in Dagstuhl steht Ihnen eine Pappe- und Papierpresse zur Verfügung.


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