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Ukraine-Krise: Solidarität, Hilfe und Tatkraft gefragt!

Der Krieg in der Ukraine wird auch unser Leben verändern. Nachhaltig sogar. Die Stadt Wadern wird die Herausforderungen auf allen Ebenen mit Engagement, Mut und Entschlossenheit angehen. Und zwar gemeinsam mit allen, die bereit sind, uns auf diesem Weg zu begleiten und zu unterstützen.

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Die kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine zwingen Millionen Menschen zur Flucht. Ein Teil der Flüchtlinge wird auch in Deutschland Schutz suchen | Foto: Pixabay
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Das „Bündnis für interkulturelles Miteinander“ wurde 2015 angesichts der Syrien-Krise gegründet. Die Strukturen erlauben uns auch in der aktuellen Situation, schnell private und öffentliche Hilfe zu verzahnen und zu vernetzen | Grafik: Stadt Wadern
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Marsch für den Frieden: Solidarität drückt sich auch in stummem Protest aus. 240 Teilnehmer demonstrierten am 4. März für die Freiheit und den Frieden. Und gegen Krieg | Foto: Stadt Wadern

Aktuelle Informationen zum „Bündnis für interkulturelles Miteinander“ finden Sie hier.

Reden wir über … Krieg. Ja, man muss es so klar und deutlich sagen. Das, was sich in der Ukraine abspielt, ist Krieg. Mit all dem Leid, all der Verzweiflung, all der Angst und all der Trauer, die gewalttätige Auseinandersetzungen mit sich bringen. Die Bilder, die uns täglich in die Wohnstuben flimmern, erschrecken uns. Denn der Krieg ist nicht weit weg. Ganz im Gegenteil: Die ukrainische Hauptstadt Kiew ist Luftlinie 1.680 Kilometer von Wadern entfernt. Ähnlich weit wie Andalusien, die beliebte Urlaubsregion im Süden Spaniens. Und aufgrund der weltweiten Verflechtungen – von Gas und Öl, über wichtige Rohstoffe bis hin zu unabdingbaren Vorprodukten für die Industrie – spüren wir die Auswirkungen des Geschehens auch ganz unmittelbar und direkt.

Das alles aufzuarbeiten, würde an dieser Stelle zu weit führen. Und hellsehen, was die weitere Entwicklung angeht, kann auch niemand. Beschränken wir uns also auf das Hier und Jetzt. Was bedeuten die Entwicklungen in der Ukraine für uns? Für unser Land? Für unsere Region? Für unsere Stadt?

Wir werden aller Voraussicht nach erneut einen dramatischen Zuzug von Flüchtlingen erleben. Millionen Menschen sind momentan auf der Flucht. Sie suchen und brauchen Sicherheit. Diese Sicherheit vermittelt und bietet die Europäische Union. Obwohl, anders als 2015/2016, unsere osteuropäischen Nachbarländer dieses Mal bereit sind, Flüchtlinge aufzunehmen und damit diese Krise aktiv anzugehen, wird auch Deutschland Fluchtziel vieler Menschen sein. Darauf bereiten wir uns aktuell intensiv vor. Und zwar auf allen Ebenen staatlichen Handelns.

Welle der Hilfsbereitschaft

Die vordringliche Aufgabe der Kommunen wird es sein, den Menschen, die bei uns ankommen, Wohnraum zu verschaffen und sie angemessen unterzubringen. Die große Welle der Solidarität, die sich aktuell abzeichnet, stimmt mich hoffnungsvoll. Ein einziger Aufruf über unsere Kanäle (Amtliches Bekanntmachungsblatt, Homepage, Facebook) hat uns eine wahre Flut an Angeboten beschert, die wir aktuell sortieren, auswerten und zuordnen. Ein großes Dankeschön, allen, die hier helfen wollen, die zuweilen sogar bereit sind, ihre Privatwohnungen für fremde Menschen zur Verfügung zu stellen Das ist ein Ausdruck von Anteilnahme und Mitmenschlichkeit, der stolz macht. Wir haben die Angebote gesammelt und kommen im Bedarfsfall auf sie zurück. Garantiert!

Uns ist aber auch wichtig, dass wir es schaffen, einen einigermaßen geordneten Ablauf der Entwicklung zu gewährleisten. Dazu gehört auch, den bei uns Schutzsuchenden Zugriff auf unser Sozialsystem zu gewährleisten. Neben einer Registrierung ankommender Personen, die im Saarland nach aktuellem Stand der Dinge zentral erfolgen soll, muss die dauerhafte finanzielle Unterstützung für die Sicherung des Lebensunterhalts ebenso sichergestellt werden wie die medizinische Versorgung.

Geordneter Ablauf und Koordination wichtig

In diesem Fall hilft es uns enorm, dass wir auf unsere Erfahrungen von 2015/2016 zurückgreifen können. Die Stadt Wadern hat diese Herausforderung seinerzeit mit Bravour gemeistert. Auch dank des Engagements einer bemerkenswerten Zahl von Freiwilligen, die immer da in die Bresche gesprungen sind, wo staatliches Handeln an seine Grenzen gestoßen ist. Genau aus diesem Grund haben wir das „Bündnis für interkulturelles Miteinander“, das frühere „Bündnis für Flüchtlinge“, reaktiviert. Ziel ist es, geordnet und gemeinsam so vorzugehen, dass Schutzsuchenden strukturiert geholfen werden kann.

Dabei wird es zu einer besonderen Herausforderung werden, dass – nach aktuellem Stand der Dinge – vor allem Mütter und Kinder bei uns Zuflucht suchen werden. Ein fundamentaler Unterschied zum Geschehen von 2015/2016. Eine Situation, die uns vor neue, andere Herausforderungen in der weiteren Zukunft stellen wird (Kindergärten, Schule etc.). Aber auch das gehen wir mit Pragmatismus und Mut an! Wir haben die Herausforderungen vor sieben Jahren mit Engagement, Sachverstand und Zielstrebigkeit gemeistert. Gemeinsam kriegen wir das auch im Jahr 2022 hin!

Die Stadtverwaltung arbeitet engstens mit den Bundes- und Landesbehörden zusammen. Wir sind bestens vernetzt mit den Wohlfahrtsverbänden und mit den Hilfsorganisationen. Und wir haben mit unserem auf Initiative der Stadt Wadern gegründeten „Bündnis für interkulturelles Miteinander“ einen Partner an unserer Seite, der die Verknüpfung in die Bevölkerung und zu den Schutzsuchenden weit über die Möglichkeiten staatlichen Handelns hinaus gewährleisten kann und, da bin ich mir sicher, auch gewährleisten wird. In diesem Zusammenhang gilt mein herzliches Dankeschön allen, die sich direkt und unmittelbar bereit erklärt haben, hier mitzuhelfen. Wenn Sie auch dabei sein möchten, finden Sie weiter unten die Kontaktdaten bzw. können wir über meine Mitarbeiterin Margret Kugel den Kontakt zu den handelnden Akteuren herstellen.

Vernetzung über alle Ebenen

Über das Bündnis werden wir versuchen, private Hilfe zu kanalisieren. Auch wenn die Hilfsbereitschaft aktuell riesengroß ist, hilft uns Aktionismus, wie gut das Engagement auch gemeint sein mag, nicht wirklich weiter. Es gilt auch in dieser schwierigen Situation, einen kühlen Kopf zu bewahren und strukturiert an die Dinge heranzugehen. So schwer das angesichts der Entwicklung in der Ukraine im Einzelfall auch fallen mag. Wir sind gut aufgestellt und freuen uns über Ihre Hilfe, da wo sie nötig und angebracht ist.

Lassen Sie mich noch ein Wort zu den vielleicht sekundären, aber dennoch für uns alle spürbaren Folgen des Konflikts in der Ukraine verlieren. Das, was dort im Osten – quasi vor unserer Haustür – passiert, wird unser Alltagsleben nachhaltig verändern. Sie merken die durch die Decke gehenden Spritpreise bereits. Gleiches gilt für Heizöl- und Gaspreise. Auch der Strompreis wird, und dafür braucht man kein Prophet zu sein, langfristig deutlich steigen. Eben, weil die Energieversorgungstrukturen eng miteinander verzahnt sind. Gerade in diesem Bereich sind wir einer Fremdabhängigkeit unterworfen, die dazu führt, dass internationale Geschehnisse unmittelbar Auswirkung auf unser Leben haben.

Was für die Energieversorgung gilt, könnte sehr rasch auch für Rohstoffe und Lieferketten gelten. In einer globalisierten Welt ist alles miteinander verbunden. Diese Auswirkungen werden uns treffen. Wie und in welcher Form genau, kann heute niemand mit Gewissheit voraussagen. Auch das gilt es, im Fall des Falles, im Auge zu behalten, auch das gilt es durch staatliches, aber auch privates Handeln abzufedern.

Engagement und Pragmatismus vonnöten

Wir alle sind indes dieser Staat. Und wir alle erleben gerade herausfordernde – und, das kann man mit Fug und Recht sagen – schwierige Zeiten. Schwierige Zeiten sind allerdings auch der Moment, in dem Solidaritätsbekundungen in praktischem, aktivem Handeln unter Beweis gestellt werden können. Wir leben, Gott sei Dank, in einem freiheitlichen, demokratischen Land. Einem Land, das sich nicht immer leicht tut mit dieser Freiheit. Aber auch in einem Land, das als eines der reichsten Länder der Welt von sich behaupten kann, stark genug zu sein, die Herausforderungen, die sich jetzt vor uns aufbauen, so zu meistern, wie wir das in der Vergangenheit bereits mehrfach unter Beweis gestellt haben.

Wie 2015/2016 an dieser Stelle werbe ich auch heute für Mut und Zuversicht, für Engagement und Pragmatismus. Und verspreche Ihnen, dass wir Sie an dieser und anderer Stelle über die aktuelle Entwicklung auf dem Laufenden halten werden. Und dass wir den vor uns liegenden Weg gemeinsam und koordiniert angehen werden.

 

Weitere Informationen

  • Auf Ebene der Stadtverwaltung steht Ihnen Margret Kugel (06871507242 (vormittags), mkugel@wadern.de) für Angebote bzgl. Wohnraum etc. zur Verfügung. Sie stellt auch das Bindeglied zum „Bündnis für interkulturelles Miteinander“ dar. Informationen zum Bündnis und aktuelle Veröffentlichungen finden Sie hier.
  • Die Aktivitäten des Bündnisses koordiniert aktuell Ruth Kahlert-Barth (015140535772, ruth.kahlert-barth@freenet.de).
  • Aufrufe für Spenden bzw. Hilfs- und Unterstützungsleistungen aller Art werden wir zielgerichtet hier im Amtlichen Bekanntmachungsblatt, über diese Internetseite und auf Facebook veröffentlichen.
  • Das Informationsportal der Landesregierung finden Sie unter: https://ukraine.saarland.de. Zusätzlich wurde eine Hotline eingerichtet: 06815014204 (erreichbar Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr).

 


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